Immer was Neues

REGEN

in Einsamkeit geregnete

Flüsse, Meere, Seen,

ausgegossene Wolken,

verdampfte Quellen,

Leere-     Sturzbäche -       Endlich!

Kerstin Surra

An den Ufern der Straßen

Aus „Auf den Stufen des Mondes“



An den Ufern der Straßen wachsen Fels und Gras
und Steinmauern trennen uns von der See.
Die Bäume neigen sich einander zu und flüstern
über unseren Köpfen hinweg.
Und ihre alten Wurzeln umklammern Reste vergangener Gräber.
Dahinter beginnt der undurchdringliche Urwald, grün, dunkel,
geheimnisvolle Laute ausstoßend
und lockende Düfte verströmend.

Nächtlicher Schauplatz von Tänzen und heidnischen Festen,
der Nacht und dem Mond zum Gefallen.
Dann, wenn sie hervor kriechen aus feuchter Erde
und schattigen Höhlen,
die alten Kleider schütteln und so die Zeit aus ihnen pflücken
und aufatmend die Arme zum Monde strecken,
damit er ihnen Schönheit und Kraft verleihe,
wie einst in lauen Frühlingsnächten.
An den Ufern der Straßen wachsen Felsen und Gras,
und Steinmauern trennen uns von der See.


Kerstin Surra

 

Die Brücke

von Kerstin Surra

 

 

Die Laternen werfen ihr gleichmäßiges Licht,

auf die kalte, glatte Oberfläche des Flusses.

 

Das stählerne Brückengeländer ist noch warm,

von den schweißfeuchten Händen.

                                  

Noch schwingt die Luft,

erfüllt vom harten Pochen der Angst.

 

Und die Kreise, die der Körper in dem kalten Graphit zog,

sind kaum verlaufen.

 

Da werfen die Laternen schon wieder ihr weißes, gleichmäßiges Licht

auf die leblose Oberfläche des Flusses.

 

Nichts schien geschehen,

nichts scheint zu fehlen.

 

Nur die Stille ist etwas tiefer, als zuvor.

Doch, wer mißt schon die Intensität von Stille?

Frierende Tage



Manchmal frieren die Tage,
halten inne, still und stumm,
erstarren vor Schreck über das Leben.


Manchmal drehen sich die Träume um,
schauen Dich an, still und stumm,
erstaunt, daß Du der Träumer bist.


Manchmal erkennst Du nicht,
siehst Dich selber fremd,
ahnst nur wer Du wirklich bist.
Schaust Dich an, still und stumm,
fragend, wer Du sein könntest.


Gedicht „Frierende Tage“ , Bibliothek Deutschsprachiger Gedichte , Realis Verlags GmbH 2004
Kerstin Surra

Neueste Kommentare

04.09 | 09:40

muchas gracias Kerstin Surra y Mika Fritze por sus comentarios, ahora estoy en Greiswald con mi hija y nietos , vuelvo a Buenos Aires en una semana, Abrazos!!!

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