Immer was Neues

Poesie im Wind geboren oder auf die harte Tour.

Reisen der Nacht


Langsam färbt er sich,
so windselig, so scheu,
der Abend, schimmernd, rot.
Zieht durch das Unsichtbare des Tages
puderfarbene und Fäden und Blau.
Da hebt in großer Würde, Luft getragen,
ein Vogel in den Purpur.
Zuvor sekundenlang geschwellte Brust,
gespannter Blick,
die Nacht erwartend.
Endlich ihr entgegen fliegend
Aus seinen Flügeln wird ein zart Gespinst,
Ein sanftes Vlies aus schwarzem Dunst,
legt sich über Welt und Zeit.

Bricht früh der Morgen vor, an andren Orten
und winkt der Tag wo es sich hebt,
hier zünden sie die Lichter an,
schimmern durch das Vlies gleich Sterne und Systeme.

Dies scheint uns die Nacht,
doch nichts als Trug und Traum.

Dreht sich die Sonne und zeigt uns ihren Mond,
ist dies nicht Nacht,
nur Dunkelheit.
Wie Leinwand wartend
Auf des Künstlers Hand,
damit er malt uns
Traumgestalten, Abenteuer, Seifenblasen.

Und kurz nur diese Spanne zwischen Tag und Traum
und Traum und Morgentau, zu kurz.

Denn bald schon tauchen sie hervor aus ihrer Umarmung,
die Bäume, Berge, und auch wir,
damit wir in die Wirklichkeit,
des Menschseins schlüpfen können,
das uns am Leben hält,
die Reisen der Nacht vergessend wie Träume.

Kerstin Surra
Kerstin Surra

Poesie im Wind

 

 

Ein vager Vorhang,

schimmernd blau,

leicht berührt von einem Wind,

heiß und schwer,

herein geweht von Süden.

Auf seinen Schwingen,

zähe Körner, gelber Sand.

Geschichten, Träume, Lieder.

 

Fernweh heißt der Wind.

Ist keines Sturmes Sohn,

kein Lüftchen aus den Bergen.

Einst meiner Brust entsprungen.

Sehnsucht ist sein Name.

Von anderen Gestaden,

wo er gewütet und gestürmt,

erzählt er, von der Fremde.

 

Aus Träumen werden Worte.

Aus den Reisen wird ein Lied.

Ein Wind  kühlt meine Stirn,

Erklärt mir meine Seele.

 

Kerstin Surra

REGEN

in Einsamkeit geregnete

Flüsse, Meere, Seen,

ausgegossene Wolken,

verdampfte Quellen,

Leere-     Sturzbäche -       Endlich!

Kerstin Surra

An den Ufern der Straßen

Aus „Auf den Stufen des Mondes“



An den Ufern der Straßen wachsen Fels und Gras
und Steinmauern trennen uns von der See.
Die Bäume neigen sich einander zu und flüstern
über unseren Köpfen hinweg.
Und ihre alten Wurzeln umklammern Reste vergangener Gräber.
Dahinter beginnt der undurchdringliche Urwald, grün, dunkel,
geheimnisvolle Laute ausstoßend
und lockende Düfte verströmend.

Nächtlicher Schauplatz von Tänzen und heidnischen Festen,
der Nacht und dem Mond zum Gefallen.
Dann, wenn sie hervor kriechen aus feuchter Erde
und schattigen Höhlen,
die alten Kleider schütteln und so die Zeit aus ihnen pflücken
und aufatmend die Arme zum Monde strecken,
damit er ihnen Schönheit und Kraft verleihe,
wie einst in lauen Frühlingsnächten.
An den Ufern der Straßen wachsen Felsen und Gras,
und Steinmauern trennen uns von der See.


Kerstin Surra

Neueste Kommentare

04.09 | 09:40

muchas gracias Kerstin Surra y Mika Fritze por sus comentarios, ahora estoy en Greiswald con mi hija y nietos , vuelvo a Buenos Aires en una semana, Abrazos!!!

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21.03 | 09:52

Sollen wir in Krokodilfarm oder Palmenhaine investieren? Wäreme i n Köln

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